Rechtssicheres Impressum für Google Business Profile und lokale Firmeneinträge

Google Business Profile Ansicht mit direktem Link zur Impressumspflicht bei lokalen Firmeneinträgen

Eine Anfrage beim Anwalt kann sich über Wochen hinziehen, ein einziger Klick auf den Link im Google Business Profile dauert eine Sekunde, und genau in dieser Lücke entstehen die meisten Probleme mit der Impressumspflicht bei lokalen Firmeneinträgen. Solche Fälle begegnen mir als Webdesigner in Köln immer wieder, und fast immer liegt es nicht an bösem Willen, sondern an einem einzigen technischen Detail im Profil.

Genau diesen Umweg bin ich früher gegangen: jeden Kunden einzeln an einen Anwalt vor Ort verwiesen und dann monatelang auf die fertigen Texte gewartet, während das Google-Profil längst online war, mit einem Link, der zur Startseite führte, aber eben nicht zum Impressum selbst. Das Problem liegt selten am fehlenden Wissen der Kunden, sondern an einer einzigen Einschränkung im Profil: Es gibt genau ein Feld für die Website-URL, und wer dort nur die Startseite einträgt, verlässt sich darauf, dass das Impressum von dort aus leicht auffindbar bleibt. In der Praxis ist das selten der Fall.

Google Business Profile als Nadelöhr für die Impressumspflicht

Smartphone-Ansicht eines Google Business Profils mit Fokus auf das Website-Link-Feld für die Impressumspflicht

Man hat in diesem Feld keine zweite Chance, nur die eine URL, die Google anzeigt, wenn jemand auf der Karte antippt, und die im lokalen Marketing oft die einzige Berührung mit der eigenen Website bleibt. Fehlt dort der direkte Weg zum Impressum, hilft auch die schönste Website im Hintergrund nichts.

Früher habe ich dort einfach den Link zur Startseite hinterlegt und mich auf ein sauberes Footer-Impressum verlassen, das mobil aber oft erst nach mehrfachem Scrollen sichtbar wird, diesen Fehler würde ich heute keinem Kunden mehr empfehlen, weil er genau die Lücke offenlässt, auf die Abmahnkanzleien es abgesehen haben. Wer haftet, wenn stattdessen ein automatisiertes Tool selbst einen Fehler produziert, ist übrigens eine andere Geschichte für sich, die einen eigenen Vergleich verdient.

So verlinke ich das Impressum heute direkt im Profil

Dashboard-Ansicht mit generierten Kurzlinks für Impressumsseiten bei mehreren Kundenprofilen im lokalen Marketing

Mein belgischer Kollege Piet, mit dem ich öfter an internationalen Projekten arbeite, fragt bei jedem neuen Tool als Erstes, was passiert, wenn der Anbieter irgendwann vom Markt verschwindet, bei einem Kurzlink, der jahrelang im Google-Profil liegen bleibt, keine schlechte Frage. Deshalb prüfe ich vor jeder Umstellung inzwischen, ob der Link auch dann noch funktioniert, wenn ich das dahinterliegende System einmal wechseln muss.

Statt PDF oder reinem Homepage-Link setze ich für jeden Kunden inzwischen eine eigene, schlanke Weiterleitung direkt auf die Impressumsseite ein, die dann im Website-Feld des Profils landet, ein zweiter, direkter Zugang neben dem Haupteingang, den eigentlich nur die Rechtsprechung wirklich braucht.

Wie sich diese Landingpage sauber mit einem Cookie-Consent-Banner verzahnt, ist nochmal ein eigenes Thema, das ich hier bewusst außen vor lasse, genauso wie die Frage, ob man einen Rechtstext dabei statisch pflegt oder eine sich automatisch aktualisierende Variante nutzt, bei der reinen Zeitersparnis macht das später einen spürbaren Unterschied.

Für Agenturen, die mehrere Kundenlizenzen gleichzeitig verwalten, kommt zusätzlich die Frage der passenden Lizenzmodelle dazu, und sobald größere Mengen an Profilen automatisiert werden sollen, kommt es wie so oft auf die Größenordnung an, dazu habe ich in einem Test schon beschrieben, welches DSGVO Tool sich für SaaS Startups eignet.

Passt diese Lösung bei jedem Kundentyp gleich gut?

Hände an der Tastatur bei der Arbeit an rechtssicheren Google-Business-Profil-Einstellungen für Webdesign in Köln

Bei einem kleinen Café im Belgischen Viertel reicht oft die einfache Weiterleitung, weil es nur ein einziges Profil gibt und keine weiteren rechtlichen Baustellen dazukommen.

Thekla, die seit 2023 ihren Online-Shop für Töpferbedarf über mich betreut, testet dagegen jede neue Verlinkung erst selbst am eigenen Handy, bevor sie eine Änderung freigibt, bei ihr kommen außerdem die AGB mit Widerrufsrecht ins Spiel, was bei einem reinen Ladengeschäft komplett wegfällt, dafür gibt es einen eigenen Vergleich zu Onlineshop-Generatoren.

Für Coaches oder Berater gilt wieder ein eigenes Set an Pflichtangaben, das ich an anderer Stelle im Detail durchgegangen bin, und sobald ein Kunde zusätzlich in der Schweiz aktiv ist, kommt mit dem NDSG ohnehin ein komplett anderes Regelwerk als die DSGVO ins Spiel.

Die Umstellung selbst zog sich über gut eine Woche, in der ich nach und nach zwanzig Kundenprofile durchging, auf Dauer ziemlich eintönige Arbeit, während im Hintergrund der Router leise brummte, weil parallel noch Bilddateien für einen anderen Auftrag hochluden. Was eine Website inklusive aller Tools und möglicher Anwaltskosten am Ende tatsächlich kostet, rechne ich in einem weiteren Artikel vor, und wer wie ich gleichzeitig für Podcaster mit Audio-Webseiten und für lokale Ladengeschäfte solche Profile pflegt, merkt schnell, dass sich eine zentrale Übersicht über alle Kurzlinks auszahlt.

In der vierten Woche nach der Umstellung saß ein neuer Kunde zehn Minuten neben mir, während ich sein Profil einrichtete, und stellte in dieser ganzen Zeit keine einzige Rückfrage zum Impressum, vorher war das eher die Ausnahme als die Regel.

Die Lehre aus all den Umstellungen ist simpel: Sobald ein Kunde mehr als ein lokales Profil hat oder sich das Impressum ändert, lohnt sich eine zentrale, direkt verlinkte Lösung mehr als jeder Versuch, das Problem allein über die Website-Struktur zu lösen. Rechtlich bleibt das im Zweifel eine Frage für den Fachanwalt, technisch ist der direkte Link im Profil aber die Basis, auf die ich mich bei jedem neuen Projekt zuerst verlasse.