
Ein DSGVO-Generator mit ein paar Dutzend Klicks soll ausreichen, um eine Datenschutzerklärung hinzukriegen, die auch vor einem Anwalt besteht. Diese Frage höre ich am Telefon öfter, als mir lieb ist, meistens von Einzelunternehmern, die kurz vor dem Website-Launch stehen und bei der Compliance in ihrem eigenen Webdesign-Projekt plötzlich ins Schwitzen kommen.
Kurz zur Einordnung, bevor es weitergeht: Für ein paar Empfehlungen auf dieser Seite bekomme ich eine Provision, ohne dass sich der Preis für dich ändert – getestet habe ich nur Werkzeuge, die in meinen eigenen Kundenprojekten tatsächlich im Einsatz waren. Dabei bin ich Webdesigner, kein Anwalt, und das hier ersetzt keine Rechtsberatung – bei ernsten Fällen gehört die Frage zu jemandem mit Jura-Hintergrund.
Meine kurze Antwort nach etlichen Projekten: Für eine einzelne, überschaubare Website reicht der DSGVO Schritt-für-Schritt Generator in den allermeisten Fällen locker aus. Sobald mehrere Kundenwebsites, ein Onlineshop mit Warenwirtschaft oder ein Dutzend Marketing-Tools dazukommen, wird es eng.
So funktioniert der DSGVO-Wizard in der Praxis
Vor der Datenschutz-Grundverordnung steht praktisch jeder Einzelunternehmer irgendwann mit derselben Ratlosigkeit da. Zu viele offene Fragen, zu wenig Struktur, ungefähr so, als sollte man eine Heizungsanlage warten, ohne je ein Rohr gesehen zu haben. Der Schritt-für-Schritt Generator geht das anders an und führt dich wie eine Montageanleitung durch einzelne Stationen, Hosting, Cookies, Analyse-Tools, Kontaktformular, stellt dabei klare Ja-Nein-Fragen statt juristischer Aufsätze, erkennt zum Beispiel, ob Google Fonts lokal eingebunden sind oder extern nachgeladen werden, und liefert am Ende einen Export, der sich direkt in WordPress oder vergleichbare Systeme einfügen lässt, ganz ohne laufende Abo-Kosten im Hintergrund.
Ein kostenloses Generator-Tool habe ich früher öfter empfohlen, weil es am Anfang wirklich solide war – inzwischen ist es mit Werbebannern und Upsells so zugepflastert, dass ich es keinem Kunden mehr zumute.

Reicht der Generator auch für mehrere Kundenprojekte?
Bei Thekla Reinau, die einen Onlineshop für Töpferbedarf betreibt und jede technische Änderung an ihrer Seite selbst kurz antestet, bevor sie grünes Licht gibt, hat der Generator nach dem Relaunch auf WooCommerce für die Datenschutzerklärung gereicht – die AGB mit korrekter Widerrufsbelehrung mussten wir separat lösen, weil Widerrufsrecht und AGB-Themen ein reiner DSGVO-Generator schlicht nicht abdeckt. Bei einem Coaching-Angebot ohne Warenverkauf sieht das komplett anders aus: Da reicht der Wizard meistens vollständig aus, weil diese Fragen dort praktisch keine Rolle spielen.
Wer als Agentur mehrere Kundenwebsites gleichzeitig betreut, stößt dabei schnell an Lizenzfragen, die ein Einzel-Tool wie dieses so gar nicht vorsieht – ein eigenes Thema für sich. Und die Frage, wer eigentlich haftet, wenn der Generator selbst einen Fehler produziert, stelle ich mir bei jedem neuen Tool aufs Neue – auch das ist eine längere Geschichte, die einen eigenen Artikel verdient.
Mein Projektpartner Piet, ein belgischer Grafikdesigner, mit dem ich öfter an internationalen Kundenprojekten arbeite, fragt bei jedem neuen Tool als Erstes, was passiert, wenn der Anbieter morgen pleite geht – bei einem kleineren Anbieter wie oliengel hinter diesem Generator eine völlig berechtigte Frage.
Setup-Zeit und laufende Pflege
Zeitlich rechne ich für ein überschaubares Projekt mit etwa anderthalb Stunden Setup, wenn ich vorher schon weiß, welche Tools und Plugins beim Kunden laufen – früher, ohne Generator, habe ich für dieselbe Recherche locker einen halben Arbeitstag gebraucht.
Für Kunden, die laufend Änderungen an ihrer Website vornehmen und nicht bei jedem Update selbst Hand anlegen wollen, verbaue ich stattdessen öfter easyRechtssicher als Wartungsabo, auch wenn sich das nur bei dauerhafter Kundenbindung wirklich lohnt. Der Unterschied zwischen statischen und sich selbst aktualisierenden Rechtstexten entscheidet dabei meistens, welches der beiden Modelle für einen bestimmten Kunden überhaupt sinnvoll ist.
Der Generator stößt hier an seine Grenzen
Komplexe Multi-Vendor-Plattformen mit zig Marketing-Schnittstellen sprengen das Tool schnell – dafür braucht es eher eine automatisierte Lösung wie die von Paragraf7, einem Anbieter mit über acht Jahren Marktpräsenz, die auch bei technischen Änderungen mitdenkt, statt dass du den kompletten Wizard erneut durchklickst. Die Einarbeitung dauert dafür gut und gerne eine Stunde, aber danach läuft vieles automatisch weiter.
Auch bei der Cookie-Consent-Integration merkst du schnell, ob Consent-Banner und Datenschutztext überhaupt zusammenpassen – ein eigenes Kapitel für sich. Wer für Kunden in der Schweiz oder in Österreich arbeitet, muss ohnehin auf länderspezifische Unterschiede achten, die ein deutscher Generator so gar nicht abdeckt. Und branchenspezifische Pflichten, etwa bei Coaches oder Beratern mit besonders sensiblen Kundendaten, sind noch mal ein separates Thema, das der Generator nur streift.

Lohnt sich der Generator finanziell wirklich?
Ich habe vor einiger Zeit bei einem Kunden ChatGPT-generierte Datenschutztexte live gestellt, ohne sie vorher von einem Anwalt gegenchecken zu lassen – der Kunde bekam kurz danach Ärger, weil ein eingebundener Cookie-Dienst im Text schlicht fehlte. Seitdem läuft bei mir kein Text mehr live, ohne dass ich ihn selbst mit der tatsächlichen Baustelle des Kunden abgleiche, egal wie überzeugend das Tool klingt.
Neulich habe ich zwei Rechnungen nebeneinandergelegt, eine ältere und eine aktuelle, und der Unterschied bei den reinen Anwaltskosten für Standardfälle war deutlich sichtbar, seit ich für einfache Fälle auf einen guten Generator statt auf den Stundensatz eines Anwalts setze. Wer wissen will, was am Ende insgesamt für Tools und Anwalt draufgeht, findet dazu mehr in meinem Artikel darüber, was eine rechtssichere Website kostet.
Mein Rat für den Kollegen am Telefon
Wenn mich ein Kollege am Telefon fragt, ob sich der DSGVO Schritt-für-Schritt Generator für seinen Einzelunternehmer-Kunden lohnt, sage ich meistens Ja – vorausgesetzt, es bleibt bei einer Website ohne komplizierten Shop und ohne ein Dutzend Marketing-Tools im Hintergrund. Sobald ein Kunde mehrere Standorte oder eine wachsende, lokal ausgerichtete Kundschaft hat, schaue ich mir eher Lösungen für Lokalkunden an, weil die auf genau solche Fälle zugeschnitten sind. Als Faustregel gilt bei mir: Je einfacher die Baustelle, desto eher reicht das einfache Werkzeug – ein Generator, der dir die Ja-Nein-Fragen abnimmt, ist für die meisten Einzelunternehmer der richtige erste Schritt, bevor überhaupt ein Anwalt ins Spiel kommt.